Warme Wände

Holz riecht gut – das macht den Baustoff so sympathisch. Aber Holz schafft auch nachweisbar ein gesundes Wohnklima, hält warm und ist rationell zu verarbeiten.
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Warme Wände. - Foto: Sonnleitner
Foto: Sonnleitner
Auf Holz zu klopfen verspricht Glück. Das allein wäre noch kein Grund ein Holzhaus zu bauen – die wissenschaftlich belegten guten Eigenschaften hingegen schon.

Mit Holz lässt sich nicht nur architektonisch anspruchsvoll bauen, sondern auch flexibel. Trotz seines geringen Eigengewichts ist es statisch äußerst belastbar. Vom Holzskelettbau ausgehend, in seiner reinsten Form der traditionelle Fachwerkbau, sind im Laufe der Zeit immer raffiniertere Konstruktionen entwickelt worden.

Fertigbau, so schnell, präzise und kostenoptimiert wie er heute ist, wäre ohne den nachwachsenden Rohstoff nicht denkbar.


Was ist was?
  • Ständer- oder Skelettbau: Ein Skelett aus Vollholz trägt die Lasten, dazu kommen Stahlbänder oder diagonale Streben. Innenwände können beliebig gesetzt werden oder entfallen.
  • Massivholzbau: Das traditionelle Blockhaus besteht aus übereinander geschichteten Vollholzbohlen. Jetzt gibt es auch zweischalige Blockwände mit Zwischendämmung. Bohlen können auch senkrecht stehen.
  • Rahmen- und Tafelbau: Rahmen aus Vollholz werden mit Holzwerkstoffplatten ausgesteift. Entstehen im Werk gleich die fertigen Wandelemente mit Installationen, ist es Tafelbau. Innenwände sind hier tragend, also weniger beliebig. Heute verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Bauweisen immer mehr.


Gesundes Wohnklima

Warme Wände. - Foto: Sonnleitner
Foto: Sonnleitner
Anders als in den USA, in Kanada und Skandinavien sind Holzhäuser in Deutschland noch nicht die Regel. Das waren sie allerdings einmal, und müssen daher nicht erst beweisen, wie dauerhaft, wohngesund und sicher sie sind. Aus dem 13. Jahrhundert stammt das älteste, statisch immer noch einwandfrei.

Holz widersteht bei sachgerechter Verarbeitung Feuchtigkeit, Schimmel und Schädlingen – auch ohne die chemische Keule. Die Bewohner dürfen kräftig durchatmen. Zusätzlich funktioniert Holz wie eine natürliche Klimaanlage: Es nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt diese später wieder ab.

 
Schallschutz
Das Problem der Hellhörigkeit haben die Holzhausbauer im Griff. Gedämmte Wandaufbauten und durch Dämmschichten entkoppelte Bauteile sowie schwimmende Fußbodenaufbauten lassen der Schallübertragung keine Chance. Immer vorausgesetzt, die Arbeiten wurden ordentlich ausgeführt.



Mit gutem Gewissen


Unter ökologischen Aspekten punktet Holz: Seine Gewinnung und Aufbereitung benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die z.B. für Ziegel, Beton & Co. aufgewendet wird. Außerdem binden Bäume das Treibhausgas Kohlendioxid.
 
Foto: Vörma
Foto: Vörma
Entgegen falscher Annahmen sind Holzbalken im Brandfall widerstandsfähiger als Stahlprofile. So wie die strengen Brandschutzbestimmungen erfüllt ein Haus aus Holz mühelos die Anforderungen der EnergieEinsparVerordnung. Seine Wände sind bei gleichem Dämmvermögen wesentlich dünner als solche aus mineralischen Baustoffen.

Auf Grund der Bauweise ist die nachträgliche Installation von Brennwertthermen, Be- und Entlüftungsanlagen, Solaranlagen oder Wärmepumpen unkompliziert. Und noch ein Pluspunkt: Schon seit längerem macht die Beseitigung von alten Baustoffen den Bau- und Umweltbehörden Sorgen. Holz, sofern nicht chemisch behandelt, bildet die rühmliche Ausnahme, es kann voll und ganz recycelt werden.

Quelle03.11.2006
CityPost Zeitschiften

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