Familiengerecht und ökologisch: Wachsende Vielfalt von Stadthäusern
Der Trend beim Bauen und Wohnen heißt seit neuestem "Zurück in die City". Zwar wollen nach wie vor 80 Prozent der Deutschen im eigenen Haus leben, dieses muss aber nicht unbedingt in einem Vorort stehen. Ganz im Gegenteil: Für die Menschen wird es angesichts steigender Benzinpreise und der Beschneidung der Pendlerpauschale immer interessanter, keine langen Fahrten zur Arbeit in Kauf nehmen zu müssen. Oder sie möchten die Betreuungsangebote für Kinder nutzen, die es meist nur in der Stadt gibt und die es auch Frauen ermöglichen, berufstätig zu sein. Und auch nach Feierabend hat die Stadt einfach mehr zu bieten: Ohne weite Anfahrtswege schafft man es abends leicht noch ins Theater, Kino oder zum Essen ins Restaurant. Hätte das Ganze nur nicht einen Haken: Die Grundstückspreise. Hier ist Phantasie gefragt, und mit wachsender Nachfrage entsteht eine wachsende Vielfalt an Stadthäusern in allen Preislagen.
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Foto: Bundesverband Porenbeton
Wohnen und Arbeiten zu verbinden war auch der Grund für drei Baufamilien, im neuen Hochschulstadtteil in Lübeck gemeinsam ein Reihenhaus-Projekt zu realisieren, da dadurch die Grundstücks- und Anschlusskosten geteilt werden konnten. Es galt, die Bedürfnisse einer sechs- und einer vierköpfigen Familie sowie eines jungen Paares unter einen Hut zu bringen. Statt langweiliger Einheitsarchitektur hat Architekt Jörg Schreckenberg in seinem Entwurf die Wünsche der einzelnen Parteien vereint und architektonisch anspruchsvoll mit größter Individualität verwirklicht, einschließlich Süd-Terrassen, geschützten Dachterrassen und einem Dachgeschoss mit Studio-Atmosphäre und schönem Ausblick.
Damit auch die Bewohner des mittleren Hauses von außen einen direkten Zugang zum dazugehörigen Garten haben, plante der Architekt einen Durchgang zwischen Mittelhaus und östlichem Endhaus ein. Neben dem praktischen Nutzen lockert er die Gebäudestruktur auf und eröffnet Durchsichten, die den Himmel und das Grün des Gartens in die Architektur einbeziehen. Vor allem das Mittelhaus profitiert davon, da es durch die Trennung einen Endhaus-Charakter erhält und diesem gleichgestellt wird.