Städte haben herausragende Qualitäten als Wohn- und Lebensräume. Hinzu kommt, dass Zersiedlung teurer ist, zentrales Wohnen und Leben dagegen geringere Erschließungskosten im Interesse aller bedeutet. Die besten Lagen befinden sich oft im Herzen der Stadt – entweder als bereits bestehende Baulücken oder in Form von Bestandsgebäuden, die nicht mehr saniert werden können und abgerissen werden müssen.
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Foto: Bundesverband Porenbeton
Neubauten in der Altstadt verlangen viel Respekt vor der umgebenden Bebauung. Dass dies möglich ist und zu guten Lösungen führen kann, zeigt ein neues Wohnhaus in der Lübecker Altstadt. Architekt Uwe Ellinghaus und der Stadtbildpfleger sowie das Stadtplanungsamt haben hier modellhaft zusammengearbeitet. Auf dem Baugrundstück stand vorher ein Gebäude, das infolge massiver baulicher Eingriffe in der Vergangenheit und erheblicher Brandschäden nicht mehr sanierungsfähig war und daher abgebrochen werden musste. Das neue Wohnhaus mit seiner zentralen Lage an der ursprünglichen Stadtmauer, die die Altstadtinsel im Mittelalter umgab, wurde so geplant, dass es sich sensibel in die umgebende Bebauung einfügt. Das Umfeld ist geprägt durch klassische Lübecker Wohnhäuser, die zwischen 200 und 500 Jahre alt sind. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich eine Häuserzeile aus der Gründerzeit. Bei allem Respekt ist es dem Architekten trotzdem gelungen, mit einer modernen Formensprache markante Akzente zu setzen: ein Neubau, der sich nicht verleugnet. Die Modernität ist hier gekoppelt an eine Wertbeständigkeit in Proportion und Material und an die enge Verbindung zur historischen Bebauung. Das neue Gebäude kann sowohl als Wohnhaus, als Atelier oder in Kombination aus Wohnen und Arbeiten genutzt werden.