Außenwandkonstruktion
entscheidet in erster Linie über den Energieverbrauch eines Hauses. Je besser die Außenwand gedämmt ist, desto besser ist am Jahresende die Energiebilanz. Nach der neuen
Wärmeschutzverordnung gilt ein
Wärmedurchgangskoeffizient (
k-Wert) von 0,5 W/m²K als ausreichend. Beim Bau von Niedrigenergiehäusern wird dagegen für die Außenwände ein
k-Wert zwischen 0,2 und 0,4 W/m²K angestrebt. Dieser günstige Wert kann mit unterschiedlichen Wandkonstruktionen erreicht werden.
- Massives Mauerwerk, einschalig
Die klassische einschalige Bauweise ist bei Niedrigenergiehäusern nur mit sehr gut wärmedämmenden Wandbausteinen möglich. Verwendet werden Steine mit geringer Rohdichte wie Porenbeton-, Blähton- oder Bimsleichtbetonsteine mit einer Dicke von 36,5 Zentimetern. Es wird mit Leichtmörtel gearbeitet, damit durch die Mauerfugen keine Wärmebrücken entstehen. Ein regendichter, aber dampfdurchlässiger Außenputz ist notwendig, da die Frostgrenze im Kern der Wand liegt. Wird statt eines normalen Putzes ein Wärmedämmputz aufgetragen, lässt sich der k-Wert weiter verbessern.
- Massives Mauerwerk mit Wärmedämmschicht
Viele Mauersteine, wie beispielsweise Kalksandsteine oder porosierte Leichtziegel, müssen mit einer Dämmschicht versehen werden, wenn bei 36,5 Zentimeter Dicke der Außenwand ein k-Wert von 0,3 erreicht werden soll. Direkt auf das Mauerwerk wird ein Wärmedämmverbundsystem, auch Thermohaut genannt, aufgebracht, das aus einer Dämmschicht und einem Kunstharzputz besteht. Als Dämmmaterial werden Polystyrol- oder Mineralfaserplatten eingesetzt, die mit Baukleber an die Wand geklebt werden. Auf die Dämmschicht wird eine Grundierungsschicht aufgebracht, die als Putzträger für den Oberputz dient. Die Putzschicht muss dampfdurchlässig sein, damit Feuchtigkeit aus der Dämmschicht herausdiffundieren kann.
- Massives Mauerwerk, zweischalig
Das zweischalige Mauerwerk ist die teuerste und zugleich langlebigste Außenwandkonstruktion. Gedämmt wird hier zwischen beiden Mauern. An die tragende, hintere Mauer aus Ziegeln oder Steinen werden Dämmplatten aus Mineralwolle oder Polystyrol hartschaum angebracht. Die Dicke der Dämmschicht hängt von den Wärmedämmeigenschaften des Hintermauerwerks ab. Der Abstand zwischen beiden Mauern darf aber zwölf Zentimeter nicht überschreiten. Um die Wärmedämmung zu verbessern, wird die zweite Vormauer aus Klinker oder Verblendern heute oft ohne Luftschicht direkt vor die Dämmschicht gemauert. Das ist aber nur zulässig, wenn die Verblenderschicht regendicht ist.
- Leichtbauwand
Die Skizze zeigt nur die einfachste Variante einer Leichtbauwand, wie sie vor allem im Fertigbau eingesetzt wird. Die tragende Konstruktion besteht aus einem senkrechten Holzständerwerk mit einem lastverteilenden Holzrahmen. Diese Konstruktion wird außen mit Holzwerkstoffplatten und innen mit Gipskartonplatten beplankt. Die Freiräume zwischen den Massivholzständern werden mit Dämmstoffen, meist Mineralwollematten, ausgefüllt. Wichtig ist die dampfsperrende Folie auf der Innenseite der Dämmschicht, die verhindert, dass der Dämmstoff durch Wasserdampf aus dem Innern durchfeuchtet wird. Die Fassade besteht aus einer hinterlüfteten Platte, die mit Kunstharzputz beschichtet ist. Auch eine hinterlüftete Holzverschalung ist möglich.
- Leichtbauwand mit Verblendmauerwerk
Die ohnehin gute Wärmedämmung der Leichtbauwand kann durch zusätzliche Dämmschichten noch verbessert werden. Der Aufbau unterscheidet sich nicht wesentlich von der einfachen Leichtbauwand. Vor der tragenden Leichtbauwand wird eine zweite Dämmschicht angebracht. Davor wird eine Mauer aus Verblenderziegeln oder Klinkern gesetzt. Die zweite Dämmschicht verbessert noch einmal den k-Wert der Außenwand. Es ist auch möglich, die zweite Dämmschicht innen anzubringen. Entscheidend ist bei allen Leichtbauvarianten die Durchführung: Die Arbeiten müssen so sorgfältig verrichtet werden, dass das Haus absolut winddicht ist.
- Blockbauwand
Obwohl Holz ein Baustoff mit guten Wärmedämmeigenschaften ist, reicht auch hier ein einschaliger Wandaufbau nicht aus, um einen für ein Niedrigenergiehaus akzeptablen k-Wert zu erreichen. Deshalb wird hinter der äußeren Schale, der Blockbohlenwand, eine Dämmschicht in den Zwischenräumen einer Holzrahmen-Konstruktion angebracht. Eine Dampfsperre verhindert, dass Feuchtigkeit in die Dämmschicht, die im Holzhausbau bevorzugt aus biologischen Materialien wie Kork, Schafwolle oder Zelluloseflocken besteht, eindringen kann. Die Innenwand wird wahlweise mit Gipskartonplatten, Profilhölzern oder dünnen Blockbohlen - entsprechend dem typischen Blockhauscharakter - verkleidet.