Barrierefrei: Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) hat errechnet, dass in absehbarer Zeit etwa 2,5 Millionen altersgerechte Wohnungen gebraucht werden. Grund dafür ist der demografische Wandel unserer Gesellschaft. Aller Voraussicht nach wird sich die Altersgruppe der über 80-Jährigen in Deutschland bis 2050 verdreifachen und auf über zehn Millionen Menschen ansteigen.
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Die immer älter werdende Gesellschaft stellt alle Bundesbürger vor neue Herausforderungen – eine entscheidende besteht darin, ausreichend altersgerechten Wohnraum zu schaffen. Denn laut einer aktuellen Studie des Bundesfamilienministeriums wollen mindestens 80 Prozent der Bundesbürger möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen und sich dort selbständig versorgen. Das ist für ältere Menschen oft nicht so einfach. Die Hände zittern, der Rücken macht Probleme und die Beine wollen nicht mehr so wie in jungen Jahren. Wer rechtzeitig daran denkt, sein Wohnumfeld altersgerecht umzugestalten, kann sich aber vieles leichter machen. Darum macht es Sinn, sich schon Gedanken um das altersgerechte Wohnen zu machen, solange es noch keine nennenswerten Einschränkungen oder gar körperlichen Probleme gibt.
Wer es gewohnt ist, sein Leben nach eigenen Vorstellungen und Wünschen zu gestalten und sowohl eigenständig als auch selbstbestimmt zu leben, der tut gut daran, sich auch rechtzeitig auf das Alter vorzubereiten. Dazu gehört auch, dafür Sorge zu tragen, dass die Wohnung auch noch komfortabel und gemütlich ist, wenn Mobilität und Beweglichkeit eingeschränkt sind. Dabei sind oft gar keine großen Umbauten von Nöten. Schon kleine Veränderungen können letzten Endes einen großen Komfortunterschied bedeuten. Wer über einen Bausparvertrag verfügt, wenn die Bezahlung des altersgerechten Umbaus ansteht, hat weniger Schwierigkeiten mit der Finanzierung. Gerade für Senioren und Rentner ist ein Bausparvertrag ideal. „Denn damit ist die Finanzierung perfekt planbar und solide“, bestätigt Alexander Nothaft, Sprecher beim Verband der Privaten Bausparkassen in Berlin. „Bausparer, die jetzt einen Vertrag abschließen, profitieren zudem auch noch von den derzeit äußerst günstigen Finanzierungskonditionen“, so Nothaft über die finanziellen Vorteile. Insbesondere für Finanzierungen in einer Größenordnung von etwa 15.000 bis 20.000 Euro bietet sich der Bausparvertrag an. Banken verlangen nämlich für solche Kleinkredite häufig happige (Zins-)Aufschläge.
Auch wenn man im Alter nicht zwingend auf den Rollstuhl angewiesen ist, erleichtern beispielsweise breite gerade Stufen – so genannte Blockstufen –das Treppensteigen. Darüber hinaus sind Handläufe auf beiden Seiten eine große Hilfe, wenn man Schwierigkeiten beim Treppensteigen hat. Ein Treppenlift erlaubt es sogar gehbehinderten Menschen, sich über mehrere Etagen eigenständig im Haus zu bewegen. Wenige Stufen im Eingangsbereich oder vor dem Haus werden am besten mit einer Rampe „überbrückt“. Diese darf allerdings nicht zu steil sein und sollte sowohl am Anfang als auch am Ende eine ebene Fläche von gut zwei Quadratmetern Größe bieten, auf der gegebenenfalls auch ein Rollstuhl genug Bewegungsfreiheit hat. Diese Fläche werden übrigens auch diejenigen zu schätzen wissen, die mit einer Karre oder einem Kinderwagen unterwegs sind.
Innerhalb der Wohnung ist es besonders wichtig, dass keinerlei Schwellen die Fortbewegung erschweren. Schon ein Türabsatz in Höhe von fünf bis sieben Millimetern kann für Gehhilfen oder Rollstühle ein echtes Hindernis darstellen. Außerdem müssen Türen breit genug sein, um sich mit dem Rollstuhl von Zimmer zu Zimmer bewegen zu können. Auch Steckdosen, die nicht am Boden, sondern wie empfohlen in einer Höhe von 85 Zentimetern angebracht sind, machen ein tiefes Herabbeugen unnötig und die Handhabung komfortabel. In der Küche erleichtern unterfahrbare Arbeitsplatten und Spülbecken die Beweglichkeit für Rollstuhlfahrer. Auch im Badezimmer können ältere Menschen sich das Leben auf recht unkomplizierte Art und Weise leichter machen. Griffe neben Badewanne und Toilette helfen dabei, sicher und mit festem Halt aufzustehen oder sich hinzusetzten. Im Übrigen müssen solche Griffe nicht selber bezahlt, sondern können als medizinische Hilfsmittel ärztlich verordnet werden. Die Kosten übernimmt dann die Kranken- oder Pflegekasse. Sollte man doch einmal stürzen und nicht aus eigener Kraft wieder auf die Beine kommen, ist es vorteilhaft, wenn die Badezimmertür nach außen zu öffnen und so ein unproblematisches Betreten des Badezimmers möglich ist.
Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, die es umzusetzen lohnt – auch wenn die Mobilität nicht, oder noch nicht eingeschränkt ist. Das gilt übrigens nicht nur für Senioren. Krankheiten und Unfälle, deren Folgen die Beweglichkeit einschränken können, sind keine Alterserscheinung. Doch mit dem Gedanken, sich nur noch schlecht bewegen oder vielleicht sogar auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, setzen sich die wenigsten Menschen auseinander, denn sie scheuen die Vorstellung, sich selbst in einer solchen Situation zu sehen. Wer jedoch realistisch in die Zukunft blickt und vorsorgt, hat in jedem Fall die besten Voraussetzungen – auch wenn dann vielleicht mit 90 Jahren noch Gymnastik auf dem Programm steht.