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Alarmanlagen dienen dazu, Einbruchversuche und Einbrüche zu erkennen und zu melden – über ein lautes Signal zur Abschreckung der Täter und Warnung anwesender Personen und ggfs. über das Telefonnetz mittels eines automatischen Übertragungsgerätes an ein Wach- und Sicherheitsunternehmen.
Ein Safe wird mit einer Sauerstoff-Lanze in den VdS-Laboratorien geprüft. Die Sauerstofflanze erzeugt Temperaturen von über 5000 Grad und frisst sich so fast mühelos selbst durch Stahl und Beton. Foto: VdS
Ausgelöst werden kann eine Alarmmeldung beispielsweise durch den Bruch einer Fensterscheibe, das unberechtigte Öffnen einer Tür oder eines Fensters oder den unberechtigten Zutritt oder Aufenthalt in bestimmten Räumen. Eine Alarmanlage ist jedoch kein Ersatz für mechanische Sicherungen, da Einbrecher durch die Anlage zwar erkannt, aber nicht am Einbruch gehindert werden.
Doch wann ist eine Alarmanlage überhaupt sinnvoll und was ist beim Kauf und bei der Installation zu beachten? Fragen rund um das Thema beantwortet der VdS-Sicherheitsexperte Paulus Vorderwülbecke (pvorderwuelbecke@vds.de).
Bietet eine Alarmanlage allein ausreichenden Schutz vor Einbrechern?
Nein, Alarmanlagen allein bieten keinen ausreichenden Schutz vor Einbrechern. Um Haus oder Wohnung wirkungsvoll vor Einbrechern zu schützen, sollte zuerst die mechanische Absicherung erfolgen wie z.B. durch den Einsatz qualitativ hochwertiger Schlösser an allen Fenstern und Türen. Wenn die Gefahr besteht, dass Einbrecher längere Tatzeiten und das erhöhte Entdeckungsrisiko in Kauf nehmen, um auch gute mechanische Sicherungen anzugreifen, ist eine elektronische Überwachung durch eine Alarmanlage sinnvoll und bietet zusätzlichen Schutz. Alarmanlagen melden einen Einbruch bzw. Einbruchversuch und können abschrecken.
Kann eine Alarmanlage mehr als Einbrecher erkennen?
Alarmanlagen können durchaus mehr, als „nur“ Einbrecher erkennen und melden. Sie können Gefahrensituationen erfassen und z.B. auch Rauchentwicklung frühzeitig melden. So haben Bewohner trotz akuter Gefahr mehr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen (Rauch ist häufigste Todesursache bei Bränden). Auch eindringendes Wasser (etwa Grundwasser im Keller oder Undichtigkeiten an Wasch-/Spülmaschine) oder Temperaturrisiken (Wärme, Kälte) können erkannt werden. Ebenso ist der Anschluss von Gasdetektoren möglich, um austretendes Erd- oder Flüssiggas frühzeitig zu erkennen, lange bevor sich zündfähige Konzentrationen gebildet haben. Darüber hinaus lassen sich Hilfsalarme für ältere Mitbürger erzeugen. Dabei löst der Hilfesuchende über einen Taster, den er bei sich trägt, die Meldung aus. Diese wird über Funk an die Alarmanlage gesendet und kann dann an eine vereinbarte Stelle oder auch als SMS auf ein Mobiltelefon übertragen werden.