Lehm ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit und einer
der modernsten. Mit unvergleichlichen technischen Eigenschaften: atmungsaktiv,
feuchtigkeitsregulierend, wärmedämmend, schadstoffabsorbierend,
schalldämmend, energiesparend, wohngesund... Deshalb ist das
Interesse an Lehmbau überall auf der Welt neu erwacht, als hochleistungsfähiges,
kosteneffektives Baumaterial. „Lehm ist selbst für hochmoderne
Konstruktionen ausgezeichnet geeignet. Es kann auf ganz verschiedenen
Arten im Bauwerken eingesetzt werden, vom Fußboden, über
Wandaufbauten, Putze und Deckenkonstruktionen, bis hin zum Dach. Lehm
kann beides sein: wertbeständig und schön.“ Erläutert
Dipl.-Ing. Horst Kliebe von ÖkoPlus, dem Güteverbund für
wohngesunde Baustoffe, aus Frankfurt a.Main.
Lehm wird als Baustoff sehr vielfältig für die verschiedensten
Einsatzgebiete aufbereitet. Er kann als Schüttung in Zwischenböden
eingebracht werden, als Mörtel oder Putz verarbeitet oder zu
Steinen oder Platten geformt werden. Er läßt sich auch
erdfeucht zu massiven Wandkonstruktionen stampfen. Eine Vielzahl verschiedener
Zusätze wie Stroh- oder Holzhäcksel, Hanffasern oder Hobelspäne
sorgen für unterschiedliche Festigkeiten, Elastizität oder
wärmedämmende bzw. wärmespeichernde Eigenschaften.Die
traditionellen Lehmbautechniken (Massivlehm- und Stampflehmtechnik)
haben einen entscheidenden Nachteil, sie sind sehr aufwändig
in der Ausführung und haben eine sehr lange Trocknungszeit. Erst
mit der Entwicklung von Fertigprodukten, wie Lehmsteinen und Leichtlehmelementen
wurde der Lehmbau für den modernen Hausbau sowie für die
Raumgestaltung wieder attraktiv.