"Nachdem die Regierung die Eigenheimzulage um mehr als die Hälfte reduziert hat, müssen Bauherren in Zukunft bei Planung und Ausführung sparen."
Darauf weist Erich Herf hin, Vorsitzender des Verbandes Privater Bauherren
(VPB). "Einsparungen", so der Verbraucherschützer,
"sind vor allem durch professionelle Beratung möglich."
Darauf hat sich der VPB seit seiner Gründung 1976 spezialisiert,
mit Erfolg, wie eine aktuelle Untersuchung des Verbandes zeigt.
Hauptproblem vieler Bauherren, vor allem derer, die nicht mit eigenem
Architekten bauen, sondern mit Schlüsselfertiganbietern und Bauträgern,
sind die mangelhaften Verträge und Leistungsbeschreibungen. Allein
bei 66 Prozent der über 6.000 im Jahr 2002 bundesweit vom VPB
betreuten Bauherren fehlten wichtige Leistungen in den Bauverträgen.
Zogen die Bauherren rechtzeitig vor Vertragsabschluss sachverständige
Bauherrenberater hinzu, konnten bautechnische Mängel in Höhe
von durchschnittlich 16.000 Euro pro Objekt vermieden werden. Suchten
die Bauherren erst während des Baus technischen Rat, lag die
Schadenssumme für Nachbesserungen bei jeweils rund 28.000 Euro.
"Das sind dramatische Zahlen", so VPB-Chef Herf, "die
zeigen, wie dringend Bauherren Hilfe brauchen." Der Verband setzt
sich deshalb schon seit längerem dafür ein, Vertragsstandards
für den Ein- und Zweifamilienhausbau gesetzlich zu regeln.
"Die Hauptmängel, die unsere Sachverständigen bundsweit
am häufigsten beanstanden", erläutert Erich Herf, "liegen
beim Neubau vor allem in der mangelhaften Ausführung von Außenwänden
und Kellern. Allein 87 Prozent aller von unseren Sachverstän-digen
begutachteten Keller sind mangelhaft ausgeführt und abgedichtet",
kritisiert der VPB-Vorsitzende. Fast drei Viertel aller Häuser
seien schlecht gedämmt und 60 Prozent aller vom VPB geprüften
Außenwände bautechnisch nicht korrekt ausgeführt.
"Ein großes Problem bilden die Anschlüsse", so
Herf, "dort wird der Bauherr oft regelrecht über den Tisch
gezogen, denn als Laie erkennt er diese Schäden nicht, wie etwa
Kältebrücken oder nicht winddichte An- und Abschlüsse."
Hinzu kommt, so der VPB: Schäden in diesen Bereichen lassen sich
nur mit enormem technischen und damit kostspieligem Aufwand wieder
beheben.
Während die Haustechnik beim Neubau mit rund einem Drittel aller
Mängel zu Buche schlägt, sieht es beim Altbau noch düsterer
aus: "Fast in drei Vierteln aller Altbauten ist die Haustechnik
veraltet", so Erich Herf, "auch bei der Wärmedämmung
hapert es mit 70 Prozent Mängeln gewaltig." Zwei Drittel
aller Keller bereiten Probleme und mehr als die Hälfte aller
untersuchten Dächer. Wie beim Neubau, so lohnt sich laut VPB
auch beim Altbau die Einschaltung eines Sachverständigen. "Wer
ein gebrauchtes Haus kauft, der sollte sich unbedingt vor Vertragsabschluss
ein Gutachten ausarbeiten lassen", rät der Bausachverständige,"
dann weiß er, was an Modernisierungskosten noch auf ihn zukommt
- zusätzlich zum reinen Kaufpreis und den nicht unerheblichen
Nebenkosten.
Die Investition in den Sachverständigen lohnt sich. Wie der VPB
in seiner Untersuchung ermittelt hat, können erfahrene Sachverständige
in rund 50 Prozent der Fälle bereits nach drei Stunden erkennen,
wo bei einem Altbau die Schwachstellen liegen, weitere 46 Prozent
der Altbauerstberatungen erstrecken sich auf einen Zeitraum bis zu
zehn Stunden. "Bei Honorarsätzen zwischen rund 70 und 90
Euro pro Stunde", rechnet VPB-Chef Herf vor, "kostet ein
Berater keine tausend Euro, kann aber das Vielfache einsparen helfen
- Geld, das vor allem für die Sanierung gebraucht wird. Professionelle
Hilfe zahlt sich also aus."