Jeder Hausbau beginnt mit dem Bodenaushub. Deshalb spielt die Qualität von Grund und Boden auch eine wichtige Rolle beim Bauen. Vielen Bauherren ist das nicht bewusst, bedauert Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren.
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Das Baugrundgutachten gibt Auskunft über die Beschaffenheit des Bodens, über dessen Tragfähigkeit und Zusammensetzung sowie über mögliche Grundwasserprobleme. Zu den Untersuchungen gehört auch der so genannte Lastplattendruckversuch, hier im Bild zu sehen, bei dem Verformbarkeit, Verdichtung und Tragfähigkeit des Bodens ermittelt werden. Bei diesem Prüfverfahren wird der Boden durch eine Lastplatte wiederholt stufenweise beund entlastet. Die dabei ermittelten Spannungen und Setzungen unter der Platte erlauben dem Ingenieur Rückschlüsse auf die Belastbarkeit des Bodens. Die Ergebnisse des Gutachtens bedingen Konstruktion und Gründung des neuen Gebäudes. Nur wer vor Baubeginn ein Baugrundgutachten anfertigen lässt, der ist später vor bösen Überraschungen sicher. Foto: Verband Privater Bauherren/VPB-Büro Koblenz
„Gerade Käufer von Schlüsselfertigimmobilien vertrauen oft leichtgläubig dem beauftragten Bauunternehmen und hoffen, er werde sich um Dinge wie Aushub und Bebaubarkeit des Bodens schon kümmern – und alles sei im Komplettpreis eingeschlossen.“ Dies ist aber oft nicht der Fall, warnt der VPB: Im Schlüsselfertig-Preis enthalten ist grundsätzlich immer nur, was vorher auch vertraglich vereinbart wurde. Alles andere, jede unvorhergesehene Zusatzleistung, kostet extra. „Häufig fehlen im Vertrag wichtige Details, wie etwa das Baugrundgutachten“, resümiert Thomas Penningh jahrelange Erfahrung. Das Gutachten ist aber unentbehrlich, denn es zeigt, wie der Baugrund auf dem eigenen Grundstück tatsächlich beschaffen ist, ob Bodenfeuchte oder drückendes Grundwasser, Fels oder nicht tragfähiger Boden vorhanden ist, oder gar mit Altlasten aus der gegebenenfalls vorher vorhandenen Bebauung gerechnet werden muss. Besonders aufmerksam sollte sein, falls sich in dem Baugebiet vorher eine gewerbliche Bebauung befand. Hier hilft oft ein Blick in das Umweltkataster der Kommune. Erst wenn klar ist, worauf gebaut wird, kann der Unternehmer seriös kalkulieren, was Aushub, eventuelle Bodensanierung und Kellerkonstruktion tatsächlich kosten. „Trotzdem sind diese Baugrundgutachten meist nicht Bestandteil der Verträge. Stattdessen werden im Vertrag die günstigsten Bedingungen angenommen und festgeschrieben“, kritisiert der VPB-Vorsitzende.