„Holzschutz“
ist ein Thema, das Emotionen weckt. Umso wichtiger sind sachliche,
fundierte Informationen auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse. Auf
einer Fachtagung „Rund ums Blockhaus“, die der Massivholz-
und Blockhausverband e. V. kürzlich für seine Mitglieder
und andere interessierte Herstellerfirmen veranstaltet hat, nahm dementsprechend
„Holzschutz“ breiten Raum ein.
In einem waren sich die Experten einig: Holzschutz bedarf keiner chemischen
Keule. Vielmehr kommt es auf die richtige Auswahl und Behandlung des
Holzes sowie auf sauber konstruierte, handwerklich einwandfrei ausgeführte
Details an. Bei gesundem, trockenen Holz haben Schädlinge keine
Chance.
Verhindern, dass irgendwo Wasser stehen bleibt
Baudirektor
Dipl.-Ing. Borimir Radovic, Leiter des Referats 14 („Holz, Holzwerkstoffe,
Holzbau, Holzschutz“) am Otto-Graf-Institut, Forschungs- und
Materialprüfungsanstalt für das Bauwesen an der Universität
Stuttgart, befasst sich seit über 30 Jahren mit Holzschutz. Seine
Aussagen auf der DMBV-Tagung stützte
er auf labortechnische Erkenntnisse seines Instituts wie auch auf
wissenschaftliche Untersuchungen an zahlreichen Bauwerken aller Altersklassen
in Europa. Sein Fazit: Unsere Altvorderen wussten recht gut, wie man
Bauschäden „konstruktiv“ vermeidet; Regel Nr. 1:
Verhindern,
dass irgendwo Wasser stehen bleibt – Flächen grundsätzlich
abschrägen, Kanten abrunden!
Daraus leitet sich Regel Nr. 2 ab: Holz zerstörenden Insekten
den Zugang verwehren und Bedingungen schaffen, die Insektenlarven
und Pilzen die Le-bensgrundlage entziehen. Sowohl die Larven als auch
Pilze brauchen Wasser zum Überleben. Das Holz mit konstruktiven
Mitteln vor Nässe zu schützen, ist daher der bewährteste,
billigste und effektivste Holzschutz.