Über 95 % des baulichen Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser treten im Altbaubestand bei Wohnhäusern auf. Dabei liegt der zahlenmäßige Bestand bei 77 %! Das heißt, zur Zeit verbrauchen die gesamten Neubauten nur 5% an Energie!
Deshalb ist die energetische Sanierung von alten Wohnhäusern unbedingt erforderlich.
Definition Altbau: Gebäude, die mehr als 150 bis 200 kwh/m²a (sprich: Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr) Netto-Heizenergie verbrauchen.
Vorgabe der EnEV bei neuen Häusern: 70 kwh/m²a,Verbrauch, was soviel wie rund 7 Liter Heizöl auf den Quadratmeter und Jahr beträgt. Sogenannte Passivhäuser benötigen nur noch 12 kwh/m²a oder 1,2 Liter Heizöl!
Deshalb ist erklärtes Ziel, besonders bei Altbauten mittels Infrarot-Thermographie und des Blower-Door-Tests die Energielecks an den Gebäuden festzustellen. Denn gerade bei älteren Gebäuden muss die Heizung häufig “hochpowern“ um die Räume warm zu bekommen. Zwei Kriterien die für einen guten Wärmeschutz notwendig sind fehlen meist bei alten Häusern: die optimale Dämmung und die Luftdichtheit des Hauses. Denn die meiste Energie verflüchtigt sich durch Wärmelecks (Wärmebrücken) und undichte Stellen an Türen, Fenstern Dach etc...
Thermogramme Energetische Schwachstellen am Haus können durch sogenannte Thermogramme aufgedeckt werden. Dies sollte sinnvoller Weise im Winter geschehen, da die Messungen dann ohne Nebeneffekte (wie die Sonnenstrahlung) aussagekräftiger sind. Ein Infrarotkamerasystem dokumentiert die Wärmelecks am Haus, aus denen die Wärme entweicht.
Kalte Bereiche ohne Lecks werden dunkel, warme Bereiche mit Energielecks dagegen hell abgebildet. Mit spezieller Software bearbeitet, erhält der Hausbesitzer genau dokumentiert, wo bei ihm das Geld “aus dem Fenster“ geblasen wird. Erst dann können geeignete Maßnahmen zur Hausmodernisierung oder –sanierung, wie beispielsweise der Aufbau eines Wärmedämmverbund-Systems an der Fassade, in Angriff genommen werden. Mehr Informationen erhalten sie bei den Experten des TÜV im Internet unter www.umwelt-tuv.de/energie.
Der Blower-Door-Test (nach ISO 9972) Die zweite Seite der gleichen Medaille ist die Luftdichtheit des Hauses. Auch hierbei wird durch Lecks viel zu viel an Wärmeenergie aus dem Haus geblasen. Eine feststehende Größe ist der sogenannte n50-Wert. Dieser gibt an, wie oft die Gebäudeluft pro Stunde gegen die Außenluft ausgetauscht wird.
Mittels einer speziellen Messtür wird im 2 x im Haus ein Über- und ein Unterdruck von 50 Pascal erzeugt. Je mehr Leckstellen das Haus aufweist, desto mehr Leistung muss mittels des Blower (Gebläse)-Door (luftdicht in die Haustür) aufgewendet werden um den Unterdruck konstant zu halten. So wird die effektive Luftwechselrate im Haus bestimmt. Die Luftdichtheit wird also nach diesem Differenzdruckverfahren ermittelt. Je niedriger der n50 Wert, desto dichter das Haus. Bei neuen Häusern liegt der Zielwert bei 3 (dreifacher Luftwechsel pro Stunde), zum Vergleich ist der n50-Wert bei älteren Häusern häufig höher als 10!