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Vollständige Version anzeigen : Kellerisolierung


23.11.2004, 16:28
Wir beabsichtigen, ein Einfamilienhaus zu bauen und den Keller als Wohnraum (Arbeitszimmer) zu nutzen. Wir haben zwei Angebote: Haus konvetionell mit gemauertem Keller aus Gasbeton oder ein Haus mit Kalksandsteinwänden und Klinker, wobei der Keller aus WU-Beton wäre.

Wir kennen die Beschaffenheit unseres Grundstückes nicht genau, nur soviel: ein dort seit 30 Jahren stehendes Haus hat bisher keine Probleme mit feuchtem oder nassem Keller.

Wir sind jetzt ziemlich verwirrt, da die Auskünfte der jeweiligen Bauträger sehr unterschiedlich sind.
zu 1: Braucht der gemauerte Keller eine Bitumenspachtelabdichtung mit Noppenfolie oder ist zusätzlich eine Perimeterdämmung nötig.
Braucht die Bodenplatte unterhalb Bitumensperrbahnen oder reicht eine Abdichtung innerhalb der Bodenplatte?

zu 2: Der WU-Betonkeller wird angeboten ohne Bitumenabdichtung und ohne Perimeterdämmung. Es ist eine 35er Wand. Der Bauträger meint, da eine Heizung angebracht werden soll, müsse eine Perimeterdämmmung her, die aber wohl sehr teuer ist. Er schlägt vor, die Heizung erst später anzulegen, dann könne die gesetzlich vorgeschriebene Dämmung weggelassen werden. wir haben aber Bedenken, legen wir eine Heizung später an, wird der Bauträger bei dann evtl. auftretenden Problemen uns die Schuld geben.

Wir möchten verhindern, später Probleme mit dem Keller zu bekommen, scheuen aber die immensen Kosten, die vielleicht gar nicht notwendig sind.

bauhexe
23.11.2004, 20:07
Wir kennen die Beschaffenheit unseres Grundstückes nicht genau
Das läßt sich mittels Baugrundgutachten ändern!
ein dort seit 30 Jahren stehendes Haus hat bisher keine Probleme mit feuchtem oder nassem Keller.
Keller ist nicht gleich Keller: mal erfordert der Baugrund eine "steife Kiste" (Stahlbetonkeller)ohne Grundwasser, oder die richtige Abbdichtung für einen gemauerten Keller trotz Grundwasser. Das beurteilt i.A. der Statiker anhand des Gutachtens.
Wie es sich immer wieder irgendwelche Hausanbieter herausnehmen Statikerentscheidungen zu treffen, ohne einen Statiker beauftragt zu haben versteh ich nicht. Es mag aber sicherlich mit daran liegen, das man um dieses Gewerbe anzumelden auch keine weitere Qualifikation braucht, außer der Anmeldung an sich! :-x
So weit zu der Entscheidung ob mauern oder betonieren angesagt ist. Sicherlich ist vielen Fällen beides möglich, dann darf der Bauherr gerne entscheiden.

Die Dämmung steht auf einem anderen Blatt Papier.
Hier schreibt der Gesetzgeber klar vor was zu machen ist. Diese Vorschrift heißt EnEV = Energieeinsparverordnung.
Nach dieser EnEV ist für jedes Haus ein entsprechnder Nachweis zu führen. Das dürfen speziell dafür ausgebildete Energieberater sowie Architekten und Ingenieure, wenn sie die erforderlich Bauvorlageberechtigung haben.

Der Bauträger meint, da eine Heizung angebracht werden soll, müsse eine Perimeterdämmmung her, die aber wohl sehr teuer ist. Er schlägt vor, die Heizung erst später anzulegen, dann könne die gesetzlich vorgeschriebene Dämmung weggelassen werden.
:cry: Was soll ich dazu schreiben?
Was meinen Sie wohl warum jemand diese Vorschrift gemacht hat?
Frage Sie einfach mal einen Baustoffhändler was eine Perimeterdämmung mit 8cm in wlg 035 kostet! Das ist nicht der Kostenpunkt und der Arbeitlohn ist auch nicht der Hit. Außerdem sollten Sie einen Wohnkeller, auch aus WU-Beton, von außen gegen Wasserdampfdiffusion abdichten lassen. Und noch etwas, dann beruhige ich mich wieder, was soll die Wandstärke mit 35cm? Ein normaltalentierter Statiker wird 25cm bis 30cm Wandstärke in Stahlbeton ansetzen, ein Bauunternehmer mit gutem Draht zur Betonlobby wird 30cm bis 36,5cm dicke Betonwände verkaufen wollen. Aber 35cm bei einem EFH, hab ich noch nicht gehört. Da geht es nicht darum Stahl zu sparen, hier geht es auch um Schwundrisse im Beton. :-o

bauhexe
23.11.2004, 20:11
Lest auch hier! (http://www.bauen.com/community/modules/newbb/viewtopic.php?topic_id=246&forum=6&10)