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Vollständige Version anzeigen : Schotterböschung (Garagengrund) vom Nachbarn auf unserem Grundstück?


18.05.2004, 21:51
Hallo,

wir beabsichtigen in 2 Wochen (Notartermin) ein Grundstück in einem Neubaugebiet zu kaufen. Alle Grundstücke wurden von der Gemeinde verkauft. Das Straßenniveau liegt etwa 1m über dem ursprünglichen Grundstücksniveau. Alle Bauherren, die bereits gebaut haben mussten deshalb das gesamte Grundstück auf Straßeniveau anfüllen.
Unser Nachbar nach Süden hat sein Grundstück bereits bebaut. Seine Garage hat er an die Grundstücksgrenze zu unserer Südseite gesetzt. Der gesamte 1m Untergrund der Garage hat er mit Schotter aufgefüllt. Gleiches gilt für die (ca. 6m lange?) Garagenzufahrt entlang unserer gemeinsamer Grundstückgrenzen. Da 'unser' Grundstück noch nicht aufgefüllt wurde, liegt der Schotter auch mit recht breiter Böschung auf unserem Grundstück. Dies genau da, wo wir Rasen/Pflanzungen planen. Nun können wir ja nicht einfach den gesamten Schotter auf unserem Grundstück wegbaggern lassen. Garage und Zufahrt würden ja sofort absacken. Andererseits lege ich aber auch nicht den geringsten Wert darauf, für Tausende von Euro nachträglich ein Fundament für die Garage (des Nachbarn) anbringen zu lassen. Machbar wäre es (so unser Bauunternehmer) aber eben sehr teuer.
Hat jemand hier im Forum eine Ahnung, bei wem jetzt eigentlich der 'schwarze peter' liegt? Ist das unser Problem oder das unseres Nachbarn? Natürlich möchte ich die gute Nachbarschaft nicht gleich mit Krach eröffnen. Andererseits soll unsere Südseite begrünt sein. Und das geht mit dem Schotter auf einer recht großen Fläche nicht.

Also, ich bin für jeden Hinweis und Tipp mehr als dankbar,
Andreas

bau-bau
19.05.2004, 08:12
Den "schwarzen Peter" hat der Nachbar.
Ich kann mir auch nicht vorstellen dass die Garage nur auf Schotter steht. Fundament müsste (sollte) vorhanden sein.
Der Nachbar muss die Garage und den Zuweg im Bereich der Grundstücksgrenze absichern in der Form dass das Nachbargrundstück in seiner ganzen Grösse bebaut (begrünt) werden kann. Die Befestigung der Grenze (Schotter) müsste auch in der Baugenehmigung des Nachbarn so wie in eurer Baugenehmigung textlich aufgeführt worden sein. Bebauungsplan, Verkehrssicherheit, Garagenverordnung usw.

Mit dem Nachbarn sprechen, wie er sich die Sache im Bezug auf den Schotter vorgestellt hat (Entfernung des Schotters)

Gruss bau-bau :-)

BHMarkus
19.05.2004, 09:56
auf die grundstücksgrenze direkt, darfst du eh nur kleine pflanzen pflanzen, wurzeltiefe max. 20cm. wenn du was größeres pflantzt solltest du sowieso min. 50cm von der grenze weg. wenn der nachbar von seiner garage weg 1:1 den schotter (wahrscheinlich ist es siebschutt) abböscht, bekommst du genug erde drauf, damit du was pflanzen kannst. 50cm abstand = 50cm erdhöhe. das ist völlig ausreichend für büsche etc.
bei uns war das ähnlich, war auch erst etwas aufgeregt, hab mich dann aber wieder entspannt, als der landschaftsgärtner mir das erklärt hat.
nur kein unnötiger stress mit den nachbarn.

gruss

bauhexe
19.05.2004, 12:32
Zum ersten gibt es ein Nachbarschaftsrecht, Broschüren gibt es bei den Gemeinden.
Außerdem braucht ja auch die Nachbargarage eine frostfreie Gründung, also Fundamente mit einer Tiefe von 80cm - 100cm. Wenn er diese nicht hat, läuft er Gefahr, daß sein Garagenboden auffriert. Ist die Garge senkrecht zur Grenze gegründet, sollten ein Frostriegel angebracht werden. Denn wenn Ihr mit Erde auffüllt, verliert sein Schotter die kapilarbrechende Wirkung. Es ist zu seinem eigenen Vorteil zumindest einen Frostriegel anbringen zu lassen um eigenen Schaden zu vermeiden. Die billigste Lösung wäre zumindest den Schotter mit Betonranddielen zu begrenzen, um ein Unterlaufen mit Eurem Humus zu verhindern, welches ein Auffrieren seines Boden ermöglichen würde.
Ihr solltet genau das mit Ihm besprechen. Er muß sein Eigentum sichern, Ihr habt aus meiner Sicht jedoch eine Hinweispflicht und das kann man ja den Architkten oder Bauunternehmer erledigen lassen. Vielleicht wurde der Nachbar falsch beraten oder hat unwissentlich am falschen Ende gespart. Seine Ausführung gilt unter der Bedingung, daß Ihr dort Humus aufbringen wollt nicht als Stand der Technik.

19.05.2004, 14:47
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Sie geben uns doch ein sicheres Gefühl für die anstehenden Diskussionen. Um ganz ehrlich zu sein, ich möchte überhaupt keinen Schotter auf dem Grundstück an der Stelle haben. Wir wollen vor die Garage Tujahecken setzen und ich bezweifle, dass die mit 50cm Wurzeltiefe auskommen. Abgesehen könnte ich mir vorstellen, dass die Erde mit der Zeit in den Schotter eingewaschen wird und sich oben dann etwas absenkt (die Böschung ist mind. 2m breit). Auch nicht schön, wenn man eigentlich eine ebene RAsenfläche haben möchte.

Also, vielen Dank nochmal. Wir werden uns jetzt sehr um eine einvernehmliche Lösung bemühen, haben aber im Hinterkopf, dass unser Nachbar sich nicht so ohne weiteres ausklinken und uns das Problem überlassen kann.

Grüße, Andreas