Tür öffnen, eintreten und willkommen sein, home sweet home - hier ist privat. Privatheit und individueller Rückzug sind aber nicht nur Sache des Hauses. Auch der Garten gehört zum persönlichen Lebensraum und ist vor allem im Sommer liebster Aufenthaltsort.
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Eine Herausforderung für Experten: große Gärten so anzulegen und zu pflegen, dass sie in kleine Räume gegliedert sind. Diese akkurat geschnittenen Buchsbaumhecken und die blühenden Traubenhyazinthen sind die Ouvertüre für ein abwechslungsreiches Gartenerlebnis. Foto: BGL / PdM
Gut angelegt, gliedert er sich wie Wohnung oder Haus in verschiedene Räume und wird schützend nach außen abgeschirmt - am schönsten durch eine sattgrüne Hecke. Hecken markieren das eigene Reich, dienen als Zwischenwände, schaffen Sicht-, Wind- und Lärmschutz und verleihen dem Garten Charakter. Hinter ein Beet gepflanzt, bilden sie einen ruhigen Hintergrund, vor dem das bunte Treiben blühender Stauden erst richtig zur Geltung kommt. Zu den Klassikern unter den Heckengehölzen gehören Liguster (Ligustrum vulgare) und Eibe (Taxus baccata). Es stehen jedoch erheblich mehr immergrüne oder blühende Pflanzen zur Auswahl. Während immergrüne Hecken aus Nadelgehölzen dem Garten auch im Winter Struktur geben, spiegeln Laub abwerfende Blütenhecken den Wechsel der Jahreszeiten: Sie öffnen ihre Blüten, verfärben im Herbst ihre Blätter oder tragen leuchtenden Fruchtschmuck. Die Wahl der richtigen Heckenpflanzen richtet sich nicht allein nach dem persönlichen Geschmack, sondern auch nach der Gartengröße und der Funktion, die die Hecke haben soll.
Einfriedung von Grundstück oder Beet
Als Grundstücksbegrenzung eignet sich am besten eine ganzjährig blickdichte Formschnitthecke, die viel Höhe bei wenig Breite liefert - perfekt auch für mittelgroße und kleinere Gärten. Aus Eiben zum Beispiel lassen sich Hecken gestalten, die durch regelmäßigen, fachgerechten Schnitt perfekt in Form bleiben. Sie sind das Multitalent unter den Nadelgehölzen, wenn sie auch recht langsam wachsen. Mit schönen großen Blättern begrenzen hingegen sommergrüne Rotbuchen (Fagus sylvatica) und Hainbuchen (Carpinus betulus) das Grundstück. Ein besonders wind- und schnittfestes Laubgehölz ist außerdem der Feldahorn (Acer campestre) mit gelbgrünen Blütenrispen im Mai und schön geformten Blättern, die sich im Herbst orangegelb verfärben. Hecken können jedoch nicht nur das Grundstück markieren: Sie gliedern auch Bereiche innerhalb des Gartens, sollten dann aber nicht zu schnell und zu hoch wachsen. So können sie etwa einzelne Beete umranden oder den Gartenweg säumen. Als Minihecke rund um Rabatte oder Beet eignen sich Immergrüne wie Buchsbaum (Buxus sempervirens) am besten. Seine kleinen Blätter wachsen dicht an gut schnittverträglichen Trieben. Schmale Einfassungen wachsen auch aus der Japanischen Stechpalme (Ilex crenata). Sollen solche Einfassungen nicht klassisch kastenförmig sein, können sie auch rundlich geformt oder an den Ecken durch geschnittene Kugeln und Kegel aufgelockert werden. Dies braucht jedoch etwas Übung. Ein Geheimtipp sind mediterrane Blütenhalbsträucher, um einen Weg zu säumen: farbenfrohe Weggefährten, die wie weiche Kordeln wirken und die nicht jeder hat! Zu den prächtigsten gehört der Lavendel (Lavandula angustifolia): Aus seinen silbergrauen Bändern am Wegesrand werden im Sommer weiche, duftende, lilablaue Blütenwolken. Das Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) trägt dagegen kleine gelbe und der Gamander (Teucrium chamaedrys) rosafarbene Blüten. Alle diese Halbsträucher benötigen einen sonnigen Standort.