Bereits seit 5000 Jahren werden Wolle und Pflanzenfasern zur
Herstellung von Bodenbelägen verwendet. Wolle zeichnet
sich besonders durch angenehme Weichheit, wohlige Wärme
und robuste Strapazierfähigkeit aus. Pflanzenfasern –
wie Sisal, Jute und Baumwolle beispielsweise - durch besonderen
ästhetischen Reiz und Robustheit. Leider ist Wolle nicht
gleich Wolle und Naturteppich nicht gleich Naturteppich. Denn
gerade bei den Teppichböden sind eine Fülle von chemischen
Zusatz- bzw. Schadstoffen in den letzten Jahren zunehmend zum
Problem geworden. „Neben der Schönheit und dem Gebrauchswert
ist bei der Auswahl von Teppichböden deshalb vor allem
auf die Volldeklaration der Inhaltsstoffe unbedingt zu achten“,
meint Dipl.-Ing. Horst Kliebe von ÖkoPlus, dem Güteverbund
für wohngesunde Baustoffe. Das sei nicht nur für Allergiker
ganz entscheidend.
Bei Wolle ist die Bezeichnung „Reine Schurwolle“
maßgeblich. Alles andere wie auch „100% Wolle“
oder „Reine Wolle“ ist als zweite, bedenkliche Qualität
anzusehen. Denn nur „Reine Schurwolle“ ist vom lebendigen
Schaf geschoren und wird auch nicht aus mechanisch und chemisch
belasteten Restprodukten hergestellt. Weiters ist auf den Rücken
des Teppichbodens zu achten. Ein latexierter Juterücken
ist allemal besser bzw. angenehmer als ein Kuststoffrücken
(„Schaumstoff“). Bei Pflanzenfasern (Baumwolle,
Sisal, Jute...) ist entscheidend, dass sie aus ökologischer
Bewirtschaftung gewonnen werden, um die Schadstoffbelastung
möglichst gering zu halten. Natürliche Teppichböden
sorgen – wie die meisten Naturprodukte durch Feuchtigkeitsregulierung
für ein angenehmes Raumklima. Darüber hinaus sind
sie schon von Natur aus antistatisch, es kommt also nicht zu
unangenehmen elektrostatischen Aufladungen wie bei synthetischen
Belägen. Auf einen weiteren interessanten, oft vernachlässigten
Aspekt weist Horst Kliebe von ÖkoPlus hin:
„Wussten Sie, dass die Luft in Räumen mit Teppichböden
nur halb so viel Staub enthält, wie Luft in Räumen
mit glatten Böden? Dies kommt dadurch zu Stande, dass auf
glatten Böden der Staub permanent aufgewirbelt wird, während
der Hausstaub zum größten Teil im Flor des Teppichbodens
gebunden wird. Das ist für Allergiker von besonderer Bedeutung,
denn dadurch ist die Belastung durch Allergene und Keime überall
da, wo textile Bodenbeläge verlegt sind wesentlich geringer.“
Auf natürlichen Teppichböden wohnen Sie besonders
wohlig, weich und wohngesund. Achten Sie dabei jedoch auf geprüfte
Qualität. Nur wenige Produkte sind wirklich „naturrein“.
Mehr Informationen über natürliche Teppichböden
bekommen Sie unter: www.oekoplus.de.