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„Ich denke, dass wir erst am Anfang eines neuen Badzeitalters stehen“, prognostizierte eine Fernsehmoderatorin in einem Interview. Was fast ein wenig visionär klingt, hat eine durchaus reale Basis. Gemütlichkeit, Geselligkeit, Geborgenheit – das sind nämlich die drei großen Gs, die den aktuellen Wohntrend prägen.
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Homing heißt die Entwicklung, wieder mehr Zeit zuhause zu verbringen und sich seine private, auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Welt zu schaffen. Aber im Gegensatz zu dem eher defensiven Cocooning, das in der Vergangenheit das Wohnen beeinflusste, umfasst Homing eben auch Geselligkeit. Die eigenen vier Wände avancieren zum sozialen und kommunikativen Mittelpunkt des Lebens. Ein schönes (neues) Bad spielt dabei zunehmend eine Hauptrolle. Was jedoch ist „in“ bei Formen, Farben, Funktionen und Finessen? Ein Trendreport der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) sorgt für erste Klarheit.
Schlichte Eleganz
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Ideal Standard
Bei der Suche nach dem unverwechselbaren Ich-Bad macht zunächst die vielfältige Designauswahl auf sich aufmerksam. Dabei kommt vor allem Sinnlichkeit (wieder) zu Ehren: Wasser fließt natürlich aus der Wand wie aus einer Quelle oder ergießt sich wie ein tropischer Regenschauer aus tellergroßen Kopfbrausen. Nah an der Natur sind zudem organische, weich geformte Einrichtungsgegenstände. Manche von ihnen erinnern etwas an halbierte Eier.
Fernöstlicher Stil hat ebenfalls Konjunktur und wirkt durch sparsam dosierte Reize. Besonders, wer ein Umfeld schätzt, das Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, liegt mit einer Ausstattung nach asiatischem Vorbild richtig. Klare Linien, reduzierte Formen, wenige, sorgfältig aufeinander abgestimmte Farben sowie der gezielte Einsatz von Licht schaffen ein Ambiente von schlichter Eleganz. Der „Loft-Liebhaber“ mag hochwertige Materialien wie Holz, Aluminium und Glas – das ermittelten zumindest Trendforscher.
Schöner Schein passé
Unverkennbar weicht die noch vor einigen Jahren zu registrierende Formenexplosion mehr und mehr einer optischen Bescheidenheit bei der Produktgestaltung. Zudem steht ein möglichst langer Gebrauchsnutzen von „Wanne, Waschtisch & Co.“ im Pflichtenheft der Designer, wie zuletzt die Branchenmesse „ISH 2005“ erneut bestätigte. Denn: Gerade im Bad will der Käufer sichergehen, dass die im Katalog oder in der Fachausstellung auf den ersten Blick lieb gewonnene Einrichtung ihr Geld dauerhaft wert ist. Die Industrie versucht, dieses Gefühl mit klaren symbolhaften Formen zu wecken, die trotzdem Emotionen auslösen und Spaß machen. Modischer Schnickschnack stört da nur.
Die Maxime „Einfach und schlicht lebt länger“ bewährt sich im Übrigen zugleich als Plädoyer gegen die Wegwerfgesellschaft. Allein schon die Verantwortung für die Umwelt verbietet „flüchtige“ Designentwürfe und Materialien. Stattdessen dominiert ein Denken, das die Ausstattung und ihre einzelnen Elemente primär nach Intelligenz, Individualität, Funktion und Qualität beurteilt. Das bloße Aussehen rückt oft ins zweite oder gar dritte Glied.